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Meine Berufung
Leben in Bewegung
 Es gibt eine Mitte – von hier geht alles Leben aus.
Auch mein Leben, meine Berufung hat hier den Ursprung.
Der Anfang war eine kindlich, jugendliche, liebend unbeschwerte Begeisterung.
Die Jahre meiner Berufung bekamen alle Farben eines Lebens: helle – leuchtende,
dunkle - mattere, dunkle Krisenstreifen ziehen sich durch.
Aber alles Dunkle und Helle zieht seinen Kreis wieder zurück zum Ausgangspunkt,
wird aufgefangen von dem der Ruf kam.
Berufung – meine Berufung ist Leben in Bewegung – Aufbruch und Rückkehr
zu IHM.
Mein Weg der Berufung ist nicht fad, sondern farbig und bewegt.


Kindergärtnerin in Haag am Hausruck
Geführt und getragen von Gott
„Warum
leben Sie im Kloster? – Warum sind Sie Ordensfrau geworden? – Sie wären
eine total super Mutti – wollten Sie keine eigenen Kinder?“ – Solche Fragen
werden von Jugendlichen in unserer Schule oft an mich gestellt und von mir
meist eher knapp beantwortet: „Ich hatte einfach das Gespür, ich möchte
mein Leben Gott schenken. Ich möchte als Ordensfrau ganz da sein für
junge Menschen.“
Tatsächlich, wenn ich so zurückschaue, war es ein langer Weg, ein
Geführtwerden hin zum Leben im Orden.
Sehr intensiv erlebte ich dieses Hingeführt- und Gezogenwerden, als ich
1982/83 die Haushaltungsschule in Erla besuchte. In diesem Jahr entdeckte
ich Gott, wie ihn der Prophet Elija im Buch der Könige beschreibt: „Es
lebt der Herr, vor dessen Angesicht ich stehe.“
Ich spüre, dass ich mit diesem Gott reden kann und er mir in der Stille,
durch Menschen und die Gegebenheiten des Alltags Antwort gibt auf meine Fragen.
Im Suchen und Hinhorchen auf das, was meinem weiteren Leben Sinn geben könnte,
spürte ich immer deutlicher, dass es vielleicht ein Leben als Marienschwester
vom Karmel ist. Gleichzeitig war auch mein Wunsch nach Familie und Kindern
in mir und es folgte ein Überlegen und Abwägen. Schließlich
vertraute ich mich Gott an: „Wenn du, Gott, möchtest, dass ich meinen
Lebensweg als Ordensfrau gehe, dann musst du mich auch führen und hindurchtragen
durch alle Situationen meines Lebens.“
Unmittelbar nach Erfüllung meiner Schulpflicht trat ich mit 15 ½
Jahren in die Kongregation ein. Ich durfte längere Zeit des Kennenlernens
erleben, in der ich die Berufsausbildung als Kindergärtnerin und Horterzieherin
absolvierte und in der sich meine Berufung vertiefen konnte. Der Psalm 23:
„Der Herr ist mein Hirte“ und das Bibelwort aus dem Johannesevangelium: „Ich
bin der gute Hirte, ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich“ wurde
immer mehr zum Leitmotiv meines Lebens. Dies veranlasste mich auch, beim Eintritt
in das Noviziat zu meinem Ordensnamen Margret nach karmelitanischer Tradition
die Beifügung „von Christus, dem guten Hirten“ zu wählen.
So sehe ich mein Leben geführt und getragen von Christus, dem guten Hirten
und versuche mein Arbeiten als Hauswirtschaftslehrerin und Erzieherin von
diesem Bibelwort prägen zu lassen, um den jungen Menschen erfahrbar zu
machen: Es gibt einen Gott, von dem die Bibel sagt: „die Schwachen will ich
stärken, die Starken will ich behüten, die Verletzten möchte
ich verbinden, die Verlorengegangenen suchen. Ja, ich will für sie da
sein (nach Ezechiel 34,16).“
 
Fachlehrerin für wirtschaftliche Berufe und Erzieherin in Erla bei St.
Valentin
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